Wie bereitet man Metall für das Laserschweißen vor?

Wie bereitet man Metall für das Laserschweißen vor?

Wie bereitet man Metall für das Laserschweißen vor?

Laserschweißen ermöglicht saubere, schmale und wiederholgenaue Verbindungen bei vergleichsweise geringem Wärmeeintrag. Die richtige Leistung, Vorschubgeschwindigkeit und Schutzgaszufuhr allein reichen jedoch nicht aus. Der Zustand der Oberfläche und die Genauigkeit der Bauteilvorbereitung haben einen erheblichen Einfluss auf die Qualität der Schweißnaht.

Rost, Öl, Feuchtigkeit, Farbe, Zunder, Kühlschmierstoff und Rückstände nach dem Schneiden können Poren, Spritzer, eine instabile Schmelzbadbildung und ungleichmäßigen Einbrand verursachen. Vor dem Schweißen müssen daher nicht nur die Maschinenparameter, sondern auch Sauberkeit, Kantengeometrie und sichere Fixierung der Bauteile vorbereitet werden.

Warum ist die Oberflächensauberkeit so wichtig?

Der Laserstrahl konzentriert viel Energie auf eine sehr kleine Fläche. Verunreinigungen im Fügebereich erwärmen sich schnell, verdampfen oder reagieren mit dem flüssigen Metall. Dadurch kann der Prozess gestört werden, und in der Naht können Gasporen, Einschlüsse oder Verfärbungen entstehen.

Typische Ursachen sind Öle, Fette, Oxide, Feuchtigkeit, Kühlschmierstoffreste und Verunreinigungen, die von Werkzeugen übertragen werden. Schon ein dünner Fettfilm kann die Prozessstabilität verschlechtern, besonders bei dünnen Bauteilen und optisch anspruchsvollen Verbindungen.

Die Flächen rund um die spätere Naht sollten trocken, sauber und frei von dicken Oxidschichten sowie organischen Rückständen sein. Gereinigt werden nicht nur die Kanten selbst, sondern auch der Bereich auf beiden Seiten der Naht, in dem der Laserkopf oder die Schutzgasdüse geführt wird.

Wann sollte die Reinigung erfolgen?

Die Oberflächenvorbereitung sollte möglichst kurz vor dem Schweißen durchgeführt werden. Gereinigtes Metall, das längere Zeit in feuchter, staubiger oder ölhaltiger Umgebung liegt, kann erneut anlaufen oder beim Transport und Ablegen am Arbeitsplatz wieder verunreinigt werden.

In der Serienfertigung empfiehlt sich ein fester Ablauf für die Bauteilvorbereitung. Er sollte die Reihenfolge der Arbeitsschritte, verwendete Reinigungsmittel, Wischmaterialien, Lagerung nach der Reinigung und die Kontrolle vor dem Schweißen festlegen. So gelangen die Teile in vergleichbarem Zustand an den Schweißplatz.

Öl, Fett und Kühlschmierstoff entfernen

Der erste Schritt sollte in der Regel das Entfetten sein. Teile nach dem Schneiden, Drehen, Fräsen, Bohren oder Schleifen können mit Prozessöl, Kühlemulsion, Konservierungsmitteln oder fettigen Fingerabdrücken bedeckt sein.

Zum Entfetten sollte ein Mittel verwendet werden, das zum jeweiligen Metall und zu den Anforderungen des Prozesses passt. Nach der Reinigung muss die Oberfläche vollständig trocknen. Mit dem Schweißen sollte nicht begonnen werden, wenn Flüssigkeit, Feuchtigkeit oder gelöste Verschmutzungen auf dem Werkstück verbleiben.

Ein einfaches Abwischen mit einem beliebigen Lappen reicht nicht aus. Verschmutztes Wischmaterial kann Öl nur über eine größere Fläche verteilen. Empfehlenswert sind saubere, fusselfreie Materialien. Der vorbereitete Bereich sollte nicht mit bloßen Händen berührt werden. Bei qualitätskritischen Bauteilen sind saubere Handschuhe sinnvoll.

Rost, Farbe und Zunder entfernen

Schwarzer Stahl sollte vor dem Laserschweißen frei von losem Rost, Farbe, starkem Zunder, Schutzbeschichtungen und Rückständen vorheriger Bearbeitung sein. Verunreinigungen sind sowohl von der Fügezone als auch aus dem Bereich zu entfernen, der Wärme und Schutzgas ausgesetzt ist.

Zur Oberflächenvorbereitung können Schleifen, Bürsten, Strahlen, technisches Waschen oder Laserreinigung eingesetzt werden. Die Methode richtet sich nach Art der Verschmutzung, Werkstoff und geforderter Oberflächenqualität. Laserreinigung kann Rost, Farbe, Öl und technologische Schichten präzise entfernen, ohne mechanischen Kontakt mit dem Material.

Nach dem Schleifen oder Bürsten müssen Staub, Späne und Schleifmittelreste gründlich entfernt werden. Gleichzeitig ist darauf zu achten, keine tiefen Kratzer zu erzeugen, dünne Kanten nicht zu überhitzen und die Fügegeometrie nicht zu verändern. Bei dünnen Blechen kann schon eine kleine Beschädigung der Kante die gleichmäßige Nahtbildung erschweren.

Wie wird Aluminium vorbereitet?

Aluminium erfordert besondere Aufmerksamkeit wegen seiner Oxidschicht und der Empfindlichkeit des Prozesses gegenüber Feuchtigkeit und Verunreinigungen. Aluminiumoxide haben eine andere Schmelztemperatur als das Grundmaterial. Wasserstoff aus Feuchtigkeit, Schmierstoffen und Oberflächenrückständen kann das Porositätsrisiko erhöhen.

Zuerst sollte die Oberfläche entfettet werden, anschließend sind die Oxide mit einer geeigneten Methode zu entfernen. Verwendet werden kann eine Edelstahlbürste, die ausschließlich für Aluminium bestimmt ist. Sie sollte vorher nicht für Stahl genutzt worden sein, da sonst Fremdpartikel auf die Aluminiumoberfläche übertragen werden können.

Bei anspruchsvollen Verbindungen sollte auch der Zustand des Zusatzdrahts geprüft werden, sofern er eingesetzt wird. Der Draht sollte sauber, trocken und vor Verschmutzung geschützt sein. Verunreinigungen am Zusatzwerkstoff können direkt ins Schmelzbad gelangen.

Auf genaue Passung achten

Eine saubere Oberfläche reicht nicht aus, wenn die Teile schlecht passen. Die Kanten sollten gleichmäßig anliegen, und der Spalt muss über die gesamte Nahtlänge möglichst konstant sein. Plötzliche Spaltänderungen können ungleichmäßigen Einbrand, Einsinken der Naht, unvollständige Füllung oder ständige Korrekturen der Führungsgeschwindigkeit verursachen.

Die Bauteile müssen in einer Vorrichtung sicher gespannt oder so fixiert werden, dass sie sich durch Wärme, Vibrationen und Bedienerbewegungen nicht verschieben. In der Serienfertigung ist eine gut ausgeführte Spannvorrichtung eine Grundvoraussetzung für wiederholgenaues Laserschweißen.

Bei größerem Spalt kann Zusatzdraht eingesetzt werden, da Laserschweißen sowohl ohne als auch mit Zusatzwerkstoff möglich ist. Das ersetzt jedoch keine korrekte Kantenvorbereitung, Bezugnahme der Bauteile und Maßkontrolle vor dem Schweißen.

Grate entfernen und Kanten prüfen

Nach Laserschneiden, Plasmaschneiden, mechanischem Schneiden oder Sägen können Grate, Schlacke, scharfe Unebenheiten und angeschmolzene Rückstände an den Kanten verbleiben. Diese müssen vor dem Fügen entfernt werden. Das Bauteil sollte mit der vorgesehenen Fügefläche sauber am Gegenstück anliegen.

Vor dem Schweißen sollte geprüft werden:

  • Werkstoffgüte und Materialdicke,
  • Geradheit und Sauberkeit der Kanten,
  • gleichmäßiger Spalt über die gesamte Nahtlänge,
  • stabile Fixierung in der Vorrichtung,
  • keine Öl-, Staub-, Feuchtigkeits-, Farb- oder Zunderrückstände,
  • Sauberkeit von Düse, Schutzglas und Komponenten des Laserkopfs,
  • korrekte Schutzgaszufuhr.

Eine wirksame Schutzgasabdeckung reduziert die Oxidation der Schweißnaht und ist wichtig für eine hochwertige Verbindung. Ist der Gasfluss instabil oder die Düse verschmutzt, kann selbst ein gut vorbereitetes Bauteil ein schlechteres Ergebnis liefern.

Häufige Fehler vor dem Laserschweißen

Ein häufiger Fehler ist das Schweißen von Teilen, die nur oberflächlich abgewischt wurden, obwohl sich im Spalt noch Öl, Kühlschmierstoff oder Bearbeitungsstaub befindet. Problematisch sind auch Farbe auf der Rückseite der Verbindung, verschmutzte Bürsten und das Vermischen von Werkzeugen für Stahl und Aluminium.

Gereinigte Flächen sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Fingerabdrücke können lokale Verunreinigungen verursachen. Nach der Vorbereitung sollten die Bauteile mit sauberen Handschuhen gehandhabt und möglichst schnell in die Vorrichtung eingelegt werden.

Ein weiterer Fehler ist das Auslassen der Spalt- und Spannkontrolle. Verschiebt sich das Bauteil während des Schweißens, kann der Prozess instabil werden und die Naht muss nachgearbeitet oder neu ausgeführt werden. Beim Laserschweißen ist die wiederholbare Bauteilvorbereitung genauso wichtig wie wiederholbare Maschineneinstellungen.

Zusammenfassung

Die richtige Vorbereitung von Metall für das Laserschweißen umfasst das Entfernen von Öl, Feuchtigkeit, Rost, Farbe, Zunder, Oxiden und Rückständen aus vorheriger Bearbeitung. Ebenso wichtig sind glatte Kanten, ein kleiner und gleichmäßiger Spalt sowie eine stabile Fixierung der Bauteile.

Ein sauberes und gut angepasstes Bauteil unterstützt einen stabileren Prozess, reduziert das Porositätsrisiko und verringert Nacharbeit. In der Serienfertigung lohnt sich ein fester Ablauf für Entfetten, Reinigen, Kantenkontrolle und Schutz der Oberfläche vor erneuter Verschmutzung.

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