Schweißrauchabsaugung – wie wählt man die richtige Leistung?

Schweißrauchabsaugung – wie wählt man die richtige Leistung?

Schweißrauchabsaugung – wie wählt man die richtige Leistung?

Eine Schweißrauchabsaugung entfernt Rauch und Staub, die beim Schweißen, Schleifen und bei anderen Arbeiten in der Metallbearbeitung entstehen. Damit das Gerät die Ausbreitung von Verunreinigungen wirksam begrenzt, muss seine Leistung zum Arbeitsplatz, zum Schweißverfahren und zur Arbeitsintensität passen. Eine zu schwache Absaugung erfasst nicht genügend Rauch, während ein stark überdimensioniertes Gerät unnötigen Lärm, höheren Energieverbrauch und zusätzliche Betriebskosten verursachen kann.

Bei der Auswahl sollte man sich nicht nur am maximalen Luftvolumenstrom in Kubikmetern pro Stunde orientieren. Ebenso wichtig sind die Konstruktion des Absaugarms, die Art der Filter, Druckverluste, der Abstand der Haube von der Schweißnaht und die Anzahl der gleichzeitig genutzten Arbeitsplätze.

Warum ist die Absaugleistung wichtig?

Schweißrauch steigt direkt über der Schweißstelle auf. Am wirksamsten ist daher die Erfassung möglichst nah an der Quelle, bevor sich die Verunreinigungen in der Halle verteilen. Eine korrekt positionierte Haube reduziert die Menge an Rauch und Staub in der Atemzone des Bedieners und im übrigen Arbeitsbereich.

Eine hohe Ventilatorleistung allein garantiert jedoch noch kein gutes Ergebnis. Wenn der Absaugarm zu weit entfernt ist, Leitungen undicht sind, der Filter stark verschmutzt ist oder der Arbeitsplatz ungünstig aufgebaut wurde, kann die tatsächliche Saugleistung an der Schweißstelle deutlich niedriger sein als der Katalogwert.

Deshalb sollte eine Schweißrauchabsaugung als komplettes System betrachtet werden: Ventilator, Filter, Leitungen, Absaugarm, Haubengeometrie und Positionierung der Haube zur Schweißstelle.

Art des Schweißprozesses

Die Menge des entstehenden Rauchs hängt vom Verfahren ab. MIG/MAG-Schweißen kann besonders bei höherer Intensität und beschichteten Materialien deutlich mehr Verunreinigungen erzeugen als leichte WIG-Arbeiten. Ein höherer Absaugbedarf entsteht auch bei langen Nähten, hohen Schweißströmen und Mehrschichtbetrieb.

Wichtig sind außerdem Elektrode oder Draht, Werkstoff, Oberflächenzustand, Nahtlänge, tägliche Arbeitsdauer sowie zusätzliche Arbeitsschritte wie Schleifen, Reinigen oder punktuelles Erwärmen.

Ein Arbeitsplatz, der nur gelegentlich für kurze Schweißnähte genutzt wird, stellt andere Anforderungen als eine Serienproduktion, bei der der Bediener einen Großteil der Schicht schweißt. Je intensiver der Prozess, desto höher sind die Anforderungen an Luftvolumenstrom und Filterleistung.

Ein Arbeitsplatz oder mehrere?

Eine mobile Schweißrauchabsaugung ist meist für einen Arbeitsplatz vorgesehen. Sie lässt sich zwischen Arbeitsbereichen verschieben, sollte aber in einem bestimmten Moment Rauch aus einer Quelle erfassen.

Wenn mehrere Arbeitsplätze gleichzeitig betrieben werden, sollte ein Gerät mit mehreren Armen oder eine zentrale Absauganlage geprüft werden. Dabei reicht es nicht aus, die Leistung eines einzelnen Geräts einfach mit der Zahl der Arbeitsplätze zu multiplizieren. Leitungslängen, Strömungswiderstände, Bögen, Rohrdurchmesser, Gleichzeitigkeit der Nutzung und Druckverluste im gesamten System müssen berücksichtigt werden.

Jeder zusätzliche Arm erhöht den erforderlichen Volumenstrom. Hat ein Gerät zwei Arme und beide werden gleichzeitig genutzt, muss der Ventilator in beiden Punkten eine ausreichende Saugleistung bereitstellen.

Länge und Durchmesser des Absaugarms

Der Absaugarm sollte es ermöglichen, die Haube möglichst nah an der Schweißnaht zu positionieren, ohne die Bewegungen des Bedieners einzuschränken. Ein längerer Arm vergrößert die Reichweite, kann aber auch höhere Strömungswiderstände verursachen. Deshalb sollte seine Länge zum tatsächlichen Aufbau des Arbeitsplatzes passen.

Auch der Leitungsdurchmesser beeinflusst die Wirksamkeit. Ein zu kleiner Querschnitt begrenzt die Luftmenge und kann den Geräuschpegel erhöhen. Eine sehr große Haube, die zu weit vom Werkstück entfernt steht, saugt zwar viel Umgebungsluft an, erfasst den Rauch direkt über der Schweißnaht aber möglicherweise nur unzureichend.

In der Praxis hat die richtige Positionierung des Arms oft einen größeren Einfluss auf die Wirksamkeit als eine geringe Differenz in der Nennleistung zweier ähnlicher Geräte. Auch eine starke Absaugung arbeitet nicht richtig, wenn die Haube zu weit von der Rauchquelle entfernt ist.

Filter und tatsächliche Betriebsleistung

Die Absaugung sollte mit Filtern ausgestattet sein, die zur Art der Verunreinigungen passen. Während des Betriebs setzt sich Staub auf der Filterfläche ab und erhöht den Strömungswiderstand. Wird der Filter nicht regelmäßig gereinigt oder gewechselt, sinkt die Leistung des Geräts.

Bei intensiver Nutzung lohnt sich ein Modell mit automatischer oder komfortabler manueller Filterreinigung. Auch die Filterfläche ist wichtig. Ein größerer Filter kann den Luftstrom länger stabil halten und erfordert weniger häufige Wartung.

Zu prüfen ist auch die Entleerung des Staubbehälters. Ein einfacher Zugang zum Filter, zur Schublade oder zum Sammelbehälter erleichtert die Wartung und reduziert Stillstandszeiten am Arbeitsplatz.

Wie wählt man die passende Leistung?

Die Auswahl sollte mit der Anzahl der gleichzeitig arbeitenden Schweißplätze und der Art der ausgeführten Arbeiten beginnen. Danach sind Armlänge, Intensität des Schweißens, Aufbau des Arbeitsplatzes und Art der Filtration zu berücksichtigen.

Für einen einzelnen Arbeitsplatz reicht meist ein mobiles Gerät mit einem Arm und Leistungsregulierung aus. Bei zwei Arbeitsplätzen sollte ein Gerät verwendet werden, das für zwei Absaugarme ausgelegt ist, oder es sollten zwei separate Absaugungen eingesetzt werden. Bei mehreren Stationen ist eine zentrale Absauganlage zu analysieren.

Eine moderate Leistungsreserve ist sinnvoll, besonders wenn die Produktion wachsen kann. Eine zu starke Überdimensionierung verbessert die Wirksamkeit jedoch nicht automatisch. Entscheidend bleiben die lokale Erfassung des Rauchs und die richtige Positionierung der Haube.

Häufige Fehler bei der Auswahl

Ein häufiger Fehler ist die Auswahl nur nach der maximalen Ventilatorleistung. Problematisch sind auch eine zu weit entfernte Haube, zu lange Leitungen, mangelnde Filterreinigung und die Nutzung eines Geräts für mehrere gleichzeitig aktive Arbeitsplätze, obwohl es dafür nicht ausgelegt ist.

Ein weiterer Fehler ist die Vernachlässigung des Prozesses. Ein Arbeitsplatz für gelegentliche Reparaturen stellt andere Anforderungen als Serienfertigung, das Schweißen großer Konstruktionen oder die Arbeit mit stark rauchenden Materialien.

Zusammenfassung

Die Leistung einer Schweißrauchabsaugung sollte an Schweißverfahren, Zahl der Arbeitsplätze, Armlänge und Arbeitsintensität angepasst werden. Der Luftvolumenstrom allein reicht zur Bewertung des Geräts nicht aus.

Eine wirksame Absaugung sollte Rauch möglichst nah an der Schweißnaht erfassen, bei zunehmender Filterbeladung eine stabile Saugleistung halten und eine bequeme Einstellung des Absaugarms ermöglichen. Ein richtig gewähltes System verbessert die Organisation des Arbeitsplatzes, begrenzt die Staubausbreitung und unterstützt sicherere Arbeitsbedingungen in Werkstatt und Produktion.

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